Montag, 12. September 2011

Über die Allerheiligste Gottesmutter &


"An Mariä Namen / sagt der Sommer Amen."

Nun ja, da war dieses Jahr nicht viel Sommer, der hätte Adieu sagen können. Dennoch. Ich weiß, daß ich Protestant bin, sofern ich mich recht erinnere, aber am Tag Maria Namen, nur zur Erinnerung, wurden am 12. September 1683 unter dem Banner Mariens und unter dem Oberbefehl Königs Johann III. Sobieski die Ungläubigen vor Wien besiegt.

Ich habe mich dazu schon früher einmal ein wenig geäußert. Heute schickte ich jemandem eine kleine Zusammenfassung von Anmerkungen, das ist nicht so interessant, aber am Ende, als ich ein gewisses, auch sprachlich überzeugendes Dokument las, dachte ich nur noch: Ja, Ja!!! Bevor ich also einschlafe, kurz das Eigenzitat:

Daß eine Frau behauptet, einen Sohn ohne Beteiligung eines (irdischen) Mannes geboren zu haben, wäre mythologisch-religiös gar nicht so selten, selbst wenn man nur die Stellen heranzöge, in denen ein Gott seine menschenähnlich-männliche Gestalt verbirgt. Leda wird von Zeus in Gestalt eines Schwans besucht und gebiert die Dioskuren Kastor (Castor) und Polydeukes (Pollux). Danaë wird vom demselben schlafend als Goldregen beglückt und so mit Perseus schwanger. Selbst von Alexander dem Großen heißt es, er sei von einem Gott in Gestalt einer Schlange oder eines Blitzstrahls gezeugt worden. Das alles sind Varianten der Begegnung des Numinosen und des Kreatürlichen, bei dem erstaunliche Gestalten entstehen, daher in der Regel eher eine Art Ursprungsmythos.

Man könnte annehmen, das Thema der Jungfräulichkeit Mariens bzw. der Jungfrauengeburt sei somit mythologisch vorgebildet. Das ist nur dann plausibel, wenn man das Christentum von außen als bloßes religionswissenschaftliches Phänomen im Strom der Religionen sieht. Blickt man auf das Neue Testament, wird deutlich, Josef und Maria sind verlobt, nicht verheiratet, das Anzeichen einer Geburt überrascht Maria aufrichtig, Josef verstößt seine Verlobte nicht, Maria erhält Visionen. Die Autoren des Neuen Testaments, denen man zugute halten muß, daß sie etwas erlebt hatten, oder zumindest indirekt zu Zeugen von etwas wurden, das ihr Fassungsvermögen überstieg, übersteigen mußte, suchten das Geschehene immer wieder vom (für uns) Alten Testament her zu verstehen.

Der Prophet Jesaja (7,14) kündigt einen Heilsbringer an, einen Nachkommen Davids:

„Darum so wird euch der HERR selbst ein Zeichen geben: Siehe, eine Jungfrau ist schwanger und wird einen Sohn gebären, den wird sie heißen Immanuel.“

So übersetzt Luther.

„Deshalb wird mein Herr selbst dir ein Zeichen senden: Siehe, die junge Frau wird schwanger und gebiert einen Sohn, und sie wird ihn Immanuel nennen.“
So kann man es auch, vermeintlich korrekter übersetzen.

Die jungfräuliche Mutter ist eine völlig neue Vorstellung. Dies wird gern auf einen Übersetzungsfehler reduziert: „Diese Stelle wurde im … Judentum nie als Vorhersage des Messias, sondern eines jüdischen Königs gedeutet. Die …. griechische Bibelübersetzung, die Septuaginta, übersetzte das hebräische Wort עלמה (alma, „junge Frau“ von Heiratsreife bis zur Geburt ihres ersten Kindes) nur dieses eine Mal mit παρθένος (parthenos) und ließ damit die Deutung „Jungfrau“ zu.“

Abgesehen davon, daß das nicht ganz so eindeutig ist, hat die Kirche daraus das Dogma von der Jungfrauengeburt Jesu entwickelt (die protestantischen Kirchen, soweit sie ihre eigenen Glaubensartikel noch ernst nehmen, verweigern sich nur der Frage, ob Maria nach Jesu Geburt Jungfrau geblieben sei).

Und so sagt der gegenwärtig gültige Katechismus der Katholischen Kirche:

„508. Unter den Nachkommen Evas hat Gott die Jungfrau Maria zur Mutter seines Sohnes erwählt. „Voll der Gnade" ist sie „die erhabenste Frucht der Erlösung" (SC 103). Sie ist vom ersten Augenblick ihrer Empfängnis an von der Befleckung durch die Erbsünde gänzlich bewahrt worden und während ihres ganzen Lebens ohne jede persönliche Sünde geblieben.
509. Maria ist wahrhaft „Mutter Gottes", denn sie ist die Mutter des menschgewordenen ewigen Sohnes Gottes, der selbst Gott ist.
510. Maria „ist Jungfrau geblieben, als sie ihren Sohn empfing, Jungfrau, als sie ihn gebar, Jungfrau, als sie ihn trug, Jungfrau, als sie an ihrer Brust nährte. Allzeit Jungfrau" (Augustinus, serm. 186,1). Mit ihrem ganzen Wesen ist sie „die Magd des Herrn" (Lk 1,38).“

Was aber noch deutlich zu sagen wäre, die Beschreibungen des Neuen Testaments meinen gerade nicht, Gott hätte sich wie ein christlicher Zeus gewissermaßen in verstellter Gestalt der Jungfrau Maria genähert. Sondern Gott wird erneut als Schöpfer tätig, er schafft den neuen Adam, einen sündlosen neuen ersten Menschen.

Und da Sündlosigkeit gern gähnend-amüsiert zur Kenntnis genommen wird. Es meint einfach, der Mensch wird wiederhergestellt, wie er von der Schöpfung her gedacht war, nicht von Grausamkeit zerrissen, nicht im Vergeblichen Halt suchend, nicht in der Haltung des Auslöschens. Gute Nacht.

Kommentare:

Jason hat gesagt…

The summer is fading into autumn and with it the dreams of running and skipping on the beach.

Come wind, come rain, come storm and hail. This season between the to is dull and depressing.

MartininBroda hat gesagt…

@Jason You've left me a bit helpless with commenting just here, not because I would'nt have understood, exactly the opposite. *sigh